Idealbilder #3.2: Schönheitsideale – Lass Dir nicht sagen, wie Du auszusehen hast!

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Die ungeschminkte Wahrheit.

Das bin ich. Zwei Mal. Auf beiden Bildern ist es derselbe Blick, dasselbe Zimmer, dasselbe Licht, dieselbe Kamera, derselbe MENSCH.

Links mein aktuelles Facebook-Profilbild mit Make-Up, voluminösen gut liegenden Haaren, nach den heutigen Standarts aufgepimpt. Styling und Bild sind eigentlich nur aus Langeweile entstanden. So laufe ich im Alltag auch nie rum.

Rechts dagegen die ungeschminkte Wahrheit, ohne den ganzen Schick Schnack. Meine Haare sind nicht gemacht, ich trage kein Make-Up, ich sehe nicht „perfekt“ aus, das bin einfach nur ich!

Aber warum habe ich nicht das rechte Bild gewählt?
Das bin doch ich, vielleicht sogar viel mehr „ich“ als links?

Die Antwort ist, dass ich mich wie alle Menschen nach Anerkennung und Bestätigung sehne.

Ich werde Tag für Tag mit Bildern von schönen Menschen konfrontiert, mit makellosen Gesichtern, die mit „Likes“ übersät werden, die mir suggerieren, was schön ist, die mir zeigen, wie ich aussehen muss, um die Anerkennung zu bekommen, die ich mir wünsche.

Ich wähle also das linke Bild, weil ich weiß, dass ich damit mehr Anerkennung und Bestätigung bekommen werde, als mit dem rechten. Weil ich weiß, dass das Bild mehr denjenigen Idealen entspricht, mit denen ich täglich konfrontiert werde und deshalb auch besser ankommen wird. Und so weiß ich, dass ich mein Ego dann mit „Likes“ füttern kann und mich dadurch irgendwie bestätigt und gut fühle.

Dabei sehe ich so eigentlich nie aus. Und eigentlich spiegelt dieses Bild auch überhaupt nicht wider, wer ich bin, was mir wichtig ist und was mich ausmacht. Trotzdem möchte ich mich nach außen über dieses Bild definieren und so Anerkennung und Bestätigung ernten. Dabei habe ich das eigentlich gar nicht nötig. Ich habe viel mehr zu bieten, als nur ein hübsches Äußeres. Eingentlich ist es mir auch viel wichtiger, dass ich für meinen Charakter geschätzt werde. Ich bewerte meine Freunde ja auch nicht nach ihrem Aussehen, sondern bin aufgrund ihres Charakters gerne mit Ihnen zusammen. Ich möchte, dass man in mir mehr sieht als nur gutes Aussehen. Ich möchte für mehr geschätzt werden, als für meine Hülle. Trotzdem lege ich mit bewusster Auswahl des linken Bildes ein komplett widersprüchliches Verhalten an den Tag. Denn es gibt da ein Problem:

Die Oberflächlichkeit der sozialen Medien

Ich habe das Gefühl, dass unsere Gesellschaft immer oberflächlicher wird und immer mehr den Blick für das wirklich Wesentliche und Wichtige verliert. Im Zeitalter von Social Media und der digitalen Schnelllebigkeit ist es auch kaum ein Wunder. Wir sehen so viele Körper und Gesichter, bewerten diese Hüllen dann innerhalb von Millisekunden und empfinden sie (und vor allem unsere eigenen) meistens als unvollkommen und verbesserungswürdig. Wir bewerten und urteilen so schnell und fast schon unbemerkt, ob jemand „likewürdig“ ist oder nicht, ohne eine Sekude länger darüber nachzudenken, was das eigentlich für ein Mensch ist, den wir hier gerade so oberflächlich in eine Schublade stecken.

Wir sehen so viel, aber sehen geichzeitig doch gar nichts.

Denn wir nehmen uns viel zu wenig Zeit, um hinter die Fassaden zu schauen, um anderen Menschen wirklich und wahrhaftig zu begegnen, um nicht nur die Hülle, sondern den Kern zu sehen!

Wir geben Komplimente für eine tolle Frisur oder ein gelungenes Make-Up, aber viel zu selten sagen wir, was wir an anderen Personen wirklich schätzen und lieben. Oder auch andersherum hat kaum noch jemand die Eier in der Hose, um anderen direkt ins Gesicht zu sagen, wenn man mit deren Verhalten nicht einverstanden ist. Wir tauschen uns viel zu selten darüber aus, was uns wirklich bewegt, was wir für Träume haben, was uns antreibt und was uns zu den Menschen macht, die wir sind.

Das alles geht leider in der Oberflächlichkeit unserer schnelllebigen Gesellschaft unter. Denn es ist schwer, unter den gegebenen Umständen nicht oberflächlich zu urteilen. Gerade weil uns die geltenden Ideale ja, wie in meinem letzten Beitrag beschreiben, mehr oder weniger einprogrammiert sind und dazu durch die Medien zusätzlich täglich ins Gehirn eingebrannt werden. Also auch wenn wir es eigentlich gar nicht wollen, können wir uns wohl nie ganz davon abgrenzen. Irgendwie lassen wir uns immer wieder davon mitreißen und definieren uns und andere so immer wieder durch Oberflächlichkeiten.

Reflektieren. In sich gehen. Abstand gewinnen.

Ich für meinen Teil versuche mich mehr und mehr – und vor allem immer wieder – von diesen Oberflächlichkeiten zu befreien. Ich muss mich nicht mehr hinter einer Maske aus Make-Up verstecken, um mich wohl zu fühlen und mich schön zu finden. Denn ob mit Make-Up oder Ohne: Ich bin immer noch derselbe Mensch mit derselben Seele und die ist am Ende das Tages das, was zählt. Denn was einen Menschen wirklich schön macht, ist sein Charakter, sein Wesenskern.

Wer seinen eigenen Kern kennt und diesen akzeptiert, wie er ist, gibt sich selbst eine viel wertvollere Form der Anerkennung und Bestätigung, die durch „Likes“ niemals eretzt werden kann: die Selbstliebe. Immer nur der Annerkennung und Bestätigug von Außen nachzueifern macht keinen Sinn. Denn soviel Bestätigung man von Außen auch bekommen mag, solange man sich nicht selbst akzeptieren und lieben kann, wird man nie zufrieden sein.

Wer also seinen Kern liebt, der ist auch mit seiner Hülle zufrieden und das ganz gleich ob mit Make-Up oder ohne. Je weniger man sich durch Oberflächlichkeiten definiert, sondern durch seinen Charakter, desto stärker wird sich der Blick auf andere Menschen verändern, desto stärker interessiert man sich für die Kerne und nicht nur für die Hüllen.


Lerne dich für all das zu lieben, was Du bist, und Du wirst nie wieder die Bestätigung von Außen brauchen.

Du bist genug!

unterschrift


Weitere Teile der Serie:

<< Teil 3.1 – Idealbilder: Schönheitsideale – Lass Dir nicht sagen, wie Du auszusehen hast

Teil 4 Idealbilder #4: Finde deinen eigenen Weg – Vorbilder >>

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12 Kommentare
  • Dana

    Ganz ehrlich, das rechte Bild sieht viel sympathischer aus. Das Make up lässt dich älter und irgendwie – nicht falsch verstehen – fast etwas zickig aussehen. Das rechte Bild ist viel schöner, weil du natürlich hübsch bist, ohne den ganze Blödsinn drumherum. Lass dir nichts einreden!

    • Marlene

      Liebe Dana, danke für deinen Kommentar!
      Es stimmt, Make-Up kann ein Gesicht ganz schön verändern (was ich an sich sehr spannend finde).
      Ich mag mich aber mittlerweile auch lieber natürlicher und weiß, dass ich den ganzen Schnick Schnack nicht nötig habe.
      Und keine Sorge, ich lasse mir nichts einreden! 😉

  • Michaela

    Toller und wichtiger Beitrag von dir! Und ganz wunderbarer Blog, denn ich jetzt erst entdeckt habe. (Gottseidank)

    • Marlene

      Danke für deine Worte liebe Michaela! Schön, dass dir mein Blog gefällt! 🙂

  • Mary

    Wunderschöner Artikel, der absolut die Wahrheit ausspricht. Die wahre Schönheit kommt immer noch von Innen.

    Hab ich sehr gerne gelesen 🙂

    • Marlene

      Vielen vielen Dank liebe Mary! 🙂

  • Dorie

    Sehr starke und auch wahre Worte.
    Trotzdem schwer umzusetzen, wie ich finde. Zu schnell gehen solche Vorsätze wieder flöten.
    Trotzdem gut, dass du das angesprochen hast und mal darauf aufmerksam gemacht hast.

    Liebe Grüße, Dorie
    http://www.thedorie.com

    • Marlene

      Danke erstmal liebe Dorie!
      Ja, das stimmt. Es ist schwer es wirklich umzusetzten und das geht ja auch nicht von heute auf morgen.. wichtig ist, dass man dran bleibt und sich immer wieder selbst daran erinnert. 🙂

      Liebe Grüße
      Marlene