Warum Schubladendenken Dir schadet

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Warum Schubladendenken Dir schadet: 3 gute Gründe gegen das Schubladendenken
Jeder von uns hat es schonmal getan: einen Menschen in eine gedankliche Schublade gesteckt. Man geht im Supermarkt einkaufen, ist auf einer Party unter Leuten, oder läuft einfach nur die Straße entlang. Dabei begegnet man ständig neuen Menschen und nach ein paar Millisekunden ist es dann schon getan: Erster Eindruck – Zack – rein in die Schublade!
Vermeidbar ist das sicher nicht, weil es einer unserer Urinstinkte ist, um unser Gegenüber sofort einordnen zu können. Wir können uns jedoch bewusst überlegen, wie wir mit diesem Eindruck und dem Bild, das wir von einer Person entwickelt haben, umgehen.
Das Schubladendenken betrifft nämlich nicht nur die Person, die in eine Schublade gesteckt wird, sondern vor allem auch die, die sie hineinsteckt. Wenn du glaubst, dass dieses Verhalten keinen Einfluss auf dich selbst hat, liegst du falsch. Heute zeige ich dir deshalb drei gute Gründe, die zeigen, warum Schubladendenken dir schadet.

Warum Schubladendenken Dir schadet

1. Du wirst unsensibel und oberflächlich

Wir entscheiden nur durch einen kurzen Blick aufgrund von Äußerlichkeiten und Verhalten, ob wir eine Person sympathisch finden, oder nicht. Der erste Eindruck zählt und meistens liegen wir damit auch richtig. Sobald wir uns aber ein erstes Bild von jemandem gemacht haben, landet er in unserem Kopf in einer Schublade und wird erst mal nicht mehr raus gelassen. Das passiert mit jedem Menschen, den wir im Laufe unseres Lebens treffen.

Wir stecken Menschen in Schubladen und glauben sie dadurch zu kennen.

Wir malen uns im Kopf ein Bild, sprechen ihnen bestimmte Attribute, typisches Verhalten und spezifische Eigenschaften zu und entwickeln so eine gewisse Erwartungshaltung. Denn ist der Stempel erst mal drauf, trauen wir den Menschen auch nichts anderes mehr zu als das, was sie gedanklich für uns sind.

Unter der Oberfläche verbirgt sich mehr.

Wir denken nicht weiter darüber nach und damit machen wir es uns schön leicht und unkompliziert. Aber jeder Mensch ist mehr als das, was du an der Oberfläche von ihm siehst und wenn du das  nicht erkennst, wirst du eine ganze Menge verpassen.

2. Du erschaffst gedankliche Grenzen

Wir wollen andere Menschen einordnen, bewerten und sortieren. Wer ist „gut“ und wer ist „schlecht“? Wer hat welchen Status in der Gesellschaft? Wer passt zu mir und wer nicht? So wie wir andere bewerten und einordnen, machen wir es auch mit uns selbst: Welche Kleidung und welche Frisur trage ich? Wie spreche ich mit anderen Menschen und auf welchem Weg kommuniziere ich? Wie gestalte ich meinen Tag? Wie ernähre ich mich? Wie ist mein Konsumverhalten? Ganz allgemein: Wie stelle ich mich für den Rest der Welt dar?

Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Anerkennung.

Wir wollen uns selbst unterbewusst einer bestimmten Gruppe zuordnen, indem wir uns durch Verhalten und Äußerlichkeiten von den einen „Schlechten“ abgrenzen und uns mit den anderen „Guten“ identifizieren und verbinden, um unser Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Anerkennung zu befriedigen.

Durch Abgrenzung erschaffen wir Grenzen.

Das Wort sag es schon selbst: mit diesem unbewussten Verhalten der Abgrenzung vom Einen und der Zuordnung zum Anderen, erschaffen wir gedankliche Grenzen. Je mehr wir dieses Verhalten ausleben, desto höher werden die Grenzen und desto überzeugter sind wir, dass wir mit den Menschen auf der anderen Seite der Grenze nichts gemeinsam haben. Doch das ist falsch! Man hat mit jedem Menschen etwas gemeinsam, und wenn es nur die Tatsache ist, dass wir alle menschliche Wesen sind und zusammen auf dieser Erde leben!

Gedankliche Grenzen schaffen Differenzen, die eigentlich nicht da sind.

Sie fördern das Gegeneinander, statt das Miteinander. Sie fördern das Ego und schwächen die Liebe. Kurz gesagt: Grenzen sind scheiße.

Wir glauben, dass wir sie für „die Anderen“ ziehen, damit sie uns nicht zu nahe kommen. Doch mit diesen Grenzen schränken wir uns nur selbst ein. Denn niemand, nicht du, nicht dein Nachbar, nicht deine Oma und auch nicht die Kassiererin im Supermarkt, passt in eine Schublade, oder eine vorgegebene Form.

3. Limitierst du andere, limitierst du dich selbst

Wie schon oben erwähnt, entwickelst du anderen gegenüber eine Erwartungshaltung, indem du sie in eine Schublade steckst. Ebenso geschieht es mit dir selbst. Durch den Abgrenzungsgedanken gibst du dir selbst einen Rahmen vor, in dem du dich bewegen darfst. In irgendeiner Weise herauszutreten ist tabu. Du möchtest einem gedanklichen Bild, deiner Perfektion, entsprechen und setzt dich damit unter Druck. Es entsteht Zwang und du kannst dich nicht einfach frei bewegen und tun, was sich gut anfühlt. Du hältst dich an unausgesprochene Regeln, die dich eingrenzen, statt einfach zu entdecken und zu sein, wer du bist.

Du bist ein komplexes Wesen mit vielen Facetten.

Deine Möglichkeiten sind unendlich und du wirst dich immer wieder verändern. Du wirst wachsen und feststellen, dass du Eigenschaften annimmst die du dir nie zugetraut hättest. Vielleicht entwickelst du dich auch in eine Richtung, die du selbst mal als falsch oder negativ abgestempelt hast und das wird automatisch dazu führen, dass du dich schlecht fühlst, obwohl nichts daran verkehrt ist.

Du verpasst dich selbst voll und ganz zu entfalten.

Es wird immer Eigenschaften an dir geben, die nicht mit in deine anvisierte Schublade passen. So wirst du dich niemals ganz akzeptieren können. Du wirst immer versuchen diese Teile zu verstecken oder abzuschütteln, aber das wird nicht funktionieren, denn das bist du! Es entsteht Widerstand anstatt Liebe und ohne Liebe wirst du nicht wachsen, dich nicht akzeptieren können und auf Dauer unglücklich sein.

Fazit: Du verpasst die Vielfalt und Schönheit der Menschen

Ich finde man kann das ganz gut mit Musik vergleichen: Wenn du dich nur auf ein Musikgerne festlegst, verpasst du einfach so viel gute Musik! Klar, jedes Genre hat seine Eigenheiten und einige sagen dir vielleicht mehr zu als andere. Aber ich wette, dass du in jedem Gerne mindestens einen Song finden wirst, mit dem du dich in irgendeiner Weise identifizieren kannst (auch wenn du es nie zugeben würdest 😉 ).

Genau so ist es auch mit uns Menschen: Jeder will sich irgendwo in der Gesellschaft einordnen und kann sich mit einigen Menschen besser identifizieren, als mit anderen. Aber Menschen sind komplex und wir alle haben unendlich viel zu bieten, wenn man nur mal genauer hinsieht. Wir haben mit den Menschen, von denen wir uns abgrenzen wollen, meistens viel mehr gemeinsam, als wir uns je eingestehen würden.

Befreie dich von gedanklich erschaffenen Grenzen.

Hör auf andere und vor allem dich selbst zu limitieren. Öffne deine Augen und vor allem dein Herz, um dir und allen anderen Menschen die Chance zu geben, aus der Schublade zu treten und sich voll und ganz entfalten zu können. Jeder in seiner eigenen, individuellen Schönheit.

 


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Warum Schubladendenken Dir schadet: 3 gute Gründe gegen das Schubladendenken

 


Wie stehst du zum Schubladendenken? Was sind deine Erfahrungen zu dem Thema?

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14 Kommentare
  • Kristina

    Liebe Marlene,

    wie wahr, wie wahr. Ich erwische mich leider auch regelmäßig dabei, dass ich Menschen in Schubladen einordne. ich muss es mir angewöhnen, mit offeneren Augen durchs Leben zu gehen. Denn du sagst es ja selbst, durch so ein Denken Grenzen wir uns und die anderen ab.

    Lieben Gruß

    Kristina

    • Marlene

      Liebe Kristina,
      ja es ist schwierig sich das Schubladendenken ganz abzugewöhnen, aber schön, dass du es versuchst! 🙂
      Ich muss auch immer wieder daran arbeiten.

      Liebe Grüße
      Marlene

  • Daniel

    Man erwischt sich ja leider selbst oft beim bilden vorschneller Meinungen über Dinge und Personen ohne genaueres zu wissen oder denjenigen auch nur ansatzweise zu kennen. Ich finde es auch wichtig jedem eine Chance zu geben und wenn man den anderen kennt, muss man denjenigen auch nicht mehr in eine Schublade mit irgendwelchen Vorurteilen stecken, weil die Person einzigartig ist 🙂

    Liebe Grüße

    • Marlene

      Genau Daniel, du bringst es auf den Punkt! 🙂

  • Steffi

    Sehr schöner Beitrag. Wie du sagst leider ist es ein Urinstinkt der an uns haftet. Doch so oft wurde ich schon eines besseren belehrt! Man sollte jeden Menschen eine Chance geben denn erst wenn man sich wirklich länger kennt kann man sagen ob das eine Freundschaft wird oder eher doch nicht.

    Glg. Steffi

    • Marlene

      Stimmt Steffi, das habe ich auch schon sehr oft erlebt. Mit jedem Mal bin ich offener geworden und es hat sich gelohnt! 🙂

  • Laura Topa

    Wow, diesen Beitrag finde ich ganz besonders toll! Du hast das Thema sehr gut beschrieben! Ich finde auch, dass man unglaublich viel vom Leben verpasst, wenn man es nicht in vollen Zügen genießt und sich selbst limitiert. Nicht umsonst sagt man „think outside of the box“.
    Danke für den Denkanstoß 🙂

    Alles Liebe,
    Laura von http://www.lauratopa.com 🙂

    • Marlene

      Liebe Laura,
      danke für dein positives Feedback!
      Genau, das Leben ist da, um es in vollen Zügen zu genießen! 🙂

  • Simone

    Schöne Erinnerung immer wieder offen und neugierig durchs Leben zu gehen und Situationen und Menschen eine Chance zu geben. Und in vielen Fällen sind wir danach überrascht, weil wir aufgrund von Schubladen mit was anderem gerechnet hätten…

    • Marlene

      Genau so ist es, Simone!

  • Michelle

    Sehr schöner Beitrag, ich stimme dir zu. Dieses automatische Schubladendenken zieht eigentlich nur Nachteile mit sich.
    Du hast das alles sehr schön beschrieben, gefällt mir 🙂

    Viele Grüße von Michelle (von ikindalikemusic.wordpress.com)

    • Marlene

      Danke für dein positives Feedback, Michelle! 🙂