Offline gehen – 6 Gründe für einen (regelmäßigen) digital Detox

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Bist du mal wieder in den Sog der digitalen Medien geretan? Erwischt du dich ab und an dabei seelenlos durch deine Social Media Feeds zu scrollen ohne noch wirklich zu sehen welche Informationen da eigentlich an dir vorbei rasen? Hast du letzte Nacht schon wieder einen Netflix-Serienmarathon hingelegt, obwohl du eigentlich schon nach der zweiten Folge müde warst und Kopfschmerzen bekamst?
Wenn du dich in diesen Mustern wiedererkennst, bist du hier genau richtig! Heute Zeige ich dir 6 Gründe für einen digital Detox und warum es dir nicht schadet ihn regelmäßig durchzuführen.


Offline gehen – 6 Gründe für einen (regelmäßigen) digital Detox

Was macht das Dauer-Online-Sein mit uns?

Zu erst einmal sollten wir uns die Frage stellen, was das Online-Sein eigentlich mit uns macht. Ich für meinen Teil mache immer wieder die Erfahrung, dass ich mich sehr von mir selbst entferne und entfremde, je mehr ich online bin. Es passiert mir immer mal wieder, dass ich Phasen habe, in denen ich komplett in die digitale Welt abtauche und ständig Instagram, Facebook & Co checke, ohne wirklich das Bedürfnis dazu zu haben. Es ist dann schon wie automatisiert.

Gefährlich, denn dadurch vergesse ich ein Stück weit mich selbst und versinke in den aufpolierten Onlinewelten anderer. Ich sehe die scheinbar perfekten Leben anderer, vergleiche mich ständig unterbewusst und beginne fremde Ziele für mich zu adaptieren, ohne wirklich darüber nachzudenken, wie erstrebenswert das Ganze eigentlich für mich ist.

Warum tun wir uns das überhaupt an?

Es ist schon verrückt. Wer einmal das Smartphone zur Seite legt und kurz in sich geht, weiß eigentlich genau, dass dieses Verhalten nicht wirklich gesund sein kann. Aber warum tun wir es dennoch? Die Antwort:

FOMO – „The fear of missing out“

Wie immer haben wir Menschen das tief verankerte Bedürfnis „dazu zu gehören“. In Zeiten von Social Media und Netflix ist es nicht nur die Anpassung unseres Verhaltens oder Aussehens, sondern auch das Bedürfnis immer Up-to-Date zu sein. Wir haben Angst etwas wichtiges zu verpassen. Deshalb ist es uns wichtig zu wissen, was gerade angesagt ist, auf den besten Veranstaltungen dabei zu sein und immer zu wissen, was die Freunde gerade machen oder welche Person welchen Skandal ausgelöst hat. Wir wollen mitreden können, um uns nicht zum sozialen Außenseiter zu machen.

Das Problem: Fokus auf die Außenwelt und nicht auf unser Selbst

Wir beschäftigen uns mit vielen Dingen eher aus einem Gruppenzwang heraus, als wirklich unserem eigenen Interesse nachzugehen. Dadurch verlieren wir an Profil und Differenzierung zu anderen Personen, was natürlich gut ist, um das Zugehörigkeitsgefühl zu stärken, allerdings aber sehr schlecht, um herauszufinden, wer man wirklich ist, um sich selbst zu leben. Damit bin ich schon fast bei meinem ersten Grunde für einen digital Detox. Also let’s go!

6 Gründe für einen digital Detox

1. Fokus auf (Selbst-)Reflexion

Wenn wir mal alle digitalen Medien ausschalten eröffnen wir uns die Möglichkeit zur Reflexion. Was für Inhalte konsumiere ich da eigentlich die ganze Zeit? Was machen diese Inhalte mit mir? Welche Gedanken und Bedürfnisse werden dadurch ausgelöst?

Für mich sind da die Themen Schönheitsideale und Vorbilder immer sehr groß. Es findet immer ein unterbewusster Vergleich mit den Bildern statt, die wir täglich sehen und häufig entsteht dabei ein Gefühl der Minderwerigkeit, was uns sagt, dass unser Leben so wie es jetzt ist noch nicht gut genug sei. Wir sehen ständig Stellen, an denen wir uns und unser Leben noch weiter optimieren könnten. Es werden Probleme geschaffen und gleichzeitig Lösungsansätze geschaffen, die wir oftmals kopflos adaptieren wollen, weil „Hey, bei denen da klappt das ja auch super und sie sind glücklich!“.

Ja, mag sein. ABER, 1. wird in sozialen Medien immer nur ein Teil der Wahrheit präsentiert und das ist meistens der schöne, glückliche und blumige Teil des Lebens und 2. ist nicht jede Methode, die von anderen bis in den Himmel gelobt wird auch für dich die Richtige.

Was das richtige für dich ist, kannst du stattdessen am besten herausfinden, wenn du Zeit mit dir selbst verbringst, um dich kennen zulernen. Inspiration ist gut! Aber bitte niemals unreflektiert. Nimm dir Zeit herauszufinden, was du willst, wer du bist, was deine Ziele sind und wie du sie am besten erreichen kannst!

2. Abschalten

Wenn wir mal alle Geräte abschalten, dann kann auch unser Geist mal wieder entspannen. Wir werden täglich mit so einer Flut an Informationen überschüttet, dass es manchmal schwer ist das alles vernünftig zu verarbeiten. Ich bemerke immer mal wieder, dass mein Gehirn im Traum eine Information verarbeitet, die ich aber schon einige Tage vorher aufgeschnappt habe. Ist doch irgendwie verrückt, oder?

Also warum nicht mal die Reizüberflutung abstellen, um sich mal wieder richtig entspannen zu können. Wie oben schon angeschnitten, kann man die gewonnene Zeit dann für andere wunderbare Dinge nutzen. Nicht nur um Freunde zu treffen, sondern auch, um sich Zeit für sich selbst zu nehmen, eine Me-Time zu etablieren und einfach mal wieder für einen ruhigen Spaziergang raus zu gehen oder ein gutes Buch zu Lesen.

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3. Ankommen im Hier und Jetzt

Nicht selten geht es in digitalen Medien um das Vergangene, um das was in der Zukunft passiert oder gar um Welten, die so gar nicht existieren. Das alles lädt uns immer wieder ein unserer jetzigen Situation, der Realität, zu entfliehen. Wir schwelgen in Erinnerungen an die guten alten Zeiten, träumen uns extrem weit in die Zukunft und was wir uns alles von ihr Wünschen, oder tauchen gänzlich in die fiktiven Welten unserer Lieblingsserien ab.

Das kann man meiner Meinung nach auch immer gerne mal wieder machen, solange es nicht zum Regelfall wird, denn dein Leben passiert nun mal im Hier und Jetzt und nicht irgendwo anders. Vielleicht entfliehst du deiner Realität auch immer wieder, weil du dich davor fürchtest dich mit deiner Realität zu konfrontieren? Vielleicht bist du mit deiner Realität gar nicht so zufrieden, weil du es gerne hättest, oder dich plagt eine unterbewusste Angst, weil du an einer bestimmten Stelle in deinem Leben nicht weiter kommst?

Lass dir gesagt sein: Von Realitätsflucht werden deine Probleme nicht kleiner, sondern größer. Also trau dich! Schalte mal alles ab und komme ins JETZT. Nur hier kannst du aktiv werden und dein Leben in die Hand nehmen. Und meistens ist sind die Probleme, die wir in unserem Kopf zusammenspinnen viel größer, als sie eigentlich sind.

4. Konzentration

Wenn wir online sind, machen wir häufig viele Dinge gleichzeitig. Wir werden von einem zum nächsten Thema geleitet und führen so mehrere Gedankengänge gleichzeitig, ohne einen wirklich zu Ende führen zu können. Dieses „Multitasking-Verhalten“ übernehmen wir dann auch nicht selten in unseren Alltag. Wir verlernen achtsam bei einer Sache zu bleiben und diese auch zu Ende zu führen, bevor wir etwas anderes anfangen.

Wenn wir regelmäßig offline gehen, können wir die Zeit nutzen uns wieder mal so richtig auf eine Sache zu konzentrieren. Nimm dir eine Sache vor, sei voll konzentriert dabei, d.h. mache nichts anderes als das und vor allem: Bring es zu Ende, bevor du etwas anderes machst. Vielleicht kannst du dieses Verhalten irgendwann auch auf die Online Zeit übertragen: Statt ständig zwischen Instagram, WhatsApp und Facebook hin und her zu springen besuche einfach eine App nach der anderen und wenn du fertig bist, schließe sie, bevor du mit der nächsten weiter machst.

5. Qualitative und wertschätzende Kommunikation

Wenn wir online sind kommunizieren wir häufig mit vielen Menschen auf vielen verschiedenen Wegen gleichzeitig, oder hören uns noch schnell die Sprachnachricht auf dem Sprung an, weil wir eigentlich schon zu spät dran sind (weil wir vorher zu lange auf Instagram waren 😉 ). Das führt dazu, dass wir uns gar nicht mehr richtig auf eine Konversation konzentrieren können und nicht selten passiert es, dass in diesem Kommunikationsstress auch gar nicht mehr richtig auf die Nachrichten anderer eingegangen werden kann, weil man sich um so viele Gespräche gleichzeitig kümmert.

Ich persönlich finde das furchtbar, aber erwische mich auch immer wieder dabei. Aber ist es nicht viel schöner richtige Dialoge, statt Monologe zu führen? Ist es nicht viel schöner dem Gegenüber wirklich richtig zuzuhören und dementsprechend auch empathisch darauf eingehen zu können? Und ist es nicht auch viel schöner mit der Freundin am Telefon zu reden oder ihr gegenüber zu sitzen, um wirklich Zeit mit ihr zu verbringen, als nur schnell ein Update via Sprachnachricht zu verschicken?

Ich kann aus direkten Begegnungen immer so viel mehr mitnehmen! Sich wirklich Zeit zu nehmen, um dem anderen zuzuhören oder dem Gegenüber zu berichten, was gerade los ist, zeugt außerdem von Wertschätzung. Das fällt meiner Meinung nach bei der Kommunikation über WhatsApp und Co weg. Klar würde ich die digitale Kommunikation nicht missen möchten, weil es auch einfach nicht immer möglich ist, alle Menschen persönlich zu treffen. Dennoch würde ich es immer vorziehen. Und stell dir mal kurz vor wie viel mehr Zeit wir alle für „echte“ Begegnungen hätten, wenn wir keine Zeit mehr in Social Media, Netflix & Co investieren würden..?

6. Entdecken

Statt immer nur Google nach dem besten Weg an dein Ziel zu fragen, könntest du auch einfach mal jemanden ansprechen, ob er sich vielleicht auskennt. Oder einfach mal los gehen und schauen, wo du ankommst. Häufig sind wir ja auch so darauf fixiert am Ziel anzukommen, das wir ganz vergessen den Weg dorthin zu genießen. Vielleicht findest du auf deinen vermeidlichen Umwegen ein total schönes Kleines Café in eine Straße, die du sonst nie im Leben wahrgenommen hättest.

Geh mal einfach raus in die echte Welt, in die Welt, in der das echte Leben stattfindet. Schau den Leuten in die Augen, statt auf dein Smartphone zu starren. Verschenke ein Lächeln an eine fremde Person. Komme ins Gespräch und höre dir wirklich authentische Geschichten aus den Leben anderer an. Die Welt hat offline so viel zu bieten, was wir leider gar nicht mitbekommen, wenn wir uns immer nur online aufhalten. Also schalte doch einfach mal ab und entdecke dir Welt für dich!


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Wie stehst du zu dem Thema „Digital Detox“? Gehst du schon regelmäßig offline oder hast du bisher noch nie so richtig drüber nachgedacht?

Lass mich gerne in den Kommentaren wissen, wie du mit dem Online-Sein umgehst. Ich bin neugierig! 🙂

Bis dahin,

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