Warum ich nichts von Jahresvorsätzen halte

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Das Jahr 2016 ist nun endlich Geschichte. Für mich persönlich war es kein Zuckerschlecken, dafür habe ich aber umso mehr gelernt. Allgemein habe ich das Gefühl, dass viele Menschen sehr froh darüber sind, dieses Jahr endlich hinter sich zu lassen.
Aber wie jedes Jahr, wenn die letzten Tage vorüber gehen, kommt wieder die Zeit der großen Jahresrückblicke. Ob im Fernsehen oder Online, die ganze Welt blickt zurück auf das vergangene Jahr und bewertet was gut oder schlecht gelaufen ist.
So fängt auch jeder einzelne von uns an, auf das vergangene Jahr zurück zu blicken. Man beginnt zu reflektieren.

Der Jahresrückblick: das große Fazit.

Was ist gut gelaufen? Was war nicht so toll? Was habe ich mir eigentlich vorgenommen und immer noch nicht geschafft? Was wollte ich eigentlich alles anders machen?

Häufig zählen zu den „Nicht-so-gut-gelaufen-Dingen“: Ich habe zu viel gefeiert und zu viel Alkohol getrunken. Ich habe echt wenig Sport gemacht und ganz schön zugenommen. Ich habe mich ziemlich schlecht ernährt und einfach nicht so viel erreicht, wie ich wollte.

Getrieben von den gesellschaftlich geltenden Schönheitsidealen hatte man sich doch letztes Jahr schon vorgenommen, dass man mehr Sport treiben und gesünder Essen will, um ein paar Kilos abzuspecken. Man wollte sein Geld und die kostbare Zeit doch in sinnvollere Dinge, wie Reisen investieren, als immer nur Party zu machen. Achja und mit dem Rauchen wollte man auch schon lange aufhören.

Neues Jahr, neues Glück: Mit dem Kopf durch die Wand.

Man will Veränderung. So nimmt man sich so in etwa dieselben Dinge vor, wie im letzten Jahr und bezeichnet sie als Jahresvorsätze. Man schreibt Sie vielleicht auf eine Liste, in ein Tagebuch oder behält Sie einfach im Kopf. Mit dieser Liste wird dann eifrig ins neue Jahr gestartet. (Obwohl.. der 1. Januar zählt nicht. Da brauchte ich noch ein ordentliches Katerfrühstück nach der Silvesternacht!) Aber danach wird alles anders!

Es folgen Anmeldungen in Fitnessstudios, recherchieren von gesunden Rezepten, erste Einkäufe und so weiter. Man möchte endlich etwas Verändern und die Vorsätze auch einhalten. Man ist übereifrig und möchte sich wirklich genau an die neuen Regeln halten, damit es auch wirklich klappt.

Die ersten Rückschläge zu alten Mustern

Die ersten Wochen laufen auch noch ganz gut, aber dann kommt der erste blöde Tag im Büro oder der Uni, nachdem du dich einfach nur aufs Sofa legen willst und auch keine Lust mehr hast zu kochen oder irgendwie körperlich aktiv zu werden. In der nächsten Mittagspause fragen dich die Kollegen, ob Du nicht auch was vom Dönermann möchtest. Du gibst dich der Versuchung hin und fällst schneller in alte in alte Muster zurück, als dir lieb ist.

Das macht dich unzufrieden, denn Du bist enttäuscht von dir selbst, weil Du deine Vorsätze schon wieder gebrochen hast. Dann versuchst Du dich wieder dazu zu zwingen, regelmäßig zum Sport zu gehen und gesund zu essen. Du hältst dich wirklich strikt an deine selbst erschaffenen Vorgaben und Regeln und lässt fast keine Ausnahme zu. Die alten Muster bedienst Du nicht mehr, aber zufriedener bist Du irgendwie immer noch nicht. Nein, eher noch frustrierter, weil dir das alles irgendwie keinen Spaß macht. Deshalb wirfst Du alles über den Haufen und machst wieder worauf Du Lust hast. Für den Moment geht es dir besser, Du bist erleichtert, aber am Ende des Jahres kommt dann wieder die Ernüchterung: Es hat sich nichts verändert.

Wie komme ich aus diesem Teufelskreis?

Veränderungen sind ein Prozess!

Zugegeben: Alte Muster zu brechen ist schwer. Es ist wirklich anstrengend, aber nicht unmöglich. Unmöglich wird es nur, wenn man erwartet, man könne von heute auf morgen einen komplett neuen Lebensstil führen. Ebenso kann man nicht erwarten positive Ergebnisse zu sehen, wenn man sich selbst permanent einem bedrückenden Zwang aussetzt. Man setzt sich so selbst sehr viel Stress aus, womit schlechte Stimmung und Unzufriedenheit eigentlich schon vorprogrammiert sind.

Man möchte Veränderung und Veränderung ist ein Prozess, der nicht an einem Tag abgeschlossen ist.

Man muss sich Zeit geben und verständnisvoll mit sich selbst umgehen. Um sich selbst zu verstehen, muss man reflektieren und das nicht nur einmal am Jahresende. Reflexion muss öfter stattfinden, um wirklich dauerhaft etwas am eigenen Lebensstil verändern zu können. Sie hilft dabei ein besseres Selbstbewusstsein zu entwickeln und verstehen zu können, warum man wie handelt.

Reflektieren und Hinterfragen: der Schlüssel zur Veränderung

Was ist der Auslöser für mein Verhalten?

Bei mir zum Beispiel ist der Auslöser für ungesundes Essen häufig Frust. Wenn ich richtig gefrustet bin, habe ich das Bedürfnis etwas Ungesundes zu essen und mich am liebsten irgendwo zu verkriechen.

Aber was erhoffe ich mir nun davon?

Ich glaube, dass ich mich dadurch besser fühle. Für den Moment vielleicht schon, aber spätestens wenn ich dann vollgestopft im Bett liege und mich kaum noch bewegen kann, ist das gute Gefühl weg. Eigentlich bringt mir das auf lange Sicht überhaupt nichts.

Wodurch kann ich mein Verhalten ersetzten?

Wodurch ich mich immer besser fühle ist Bewegung. Statt also zur Fertigpizza zu greifen, wenn Frust aufkommt, könnte ich zum Sport gehen, oder einfach nur einen Spaziergang an der frischen Luft machen. So bekomme ich den Kopf frei und kann meine schlechten Gefühle in etwas (langfristig) positives Umwandeln.

Jeder Tag ist einen neue Chance, nicht jedes Jahr

Mach dich frei von deinen Vorsätzen! Überlege dir besser einige Grundprinzipien nach denen du handeln willst und welche Gewohnheiten du ersetzten möchtest. Leg dir ein Tagebuch zu, in dem Du deinen Prozess dokumentierst. So reflektierst Du regelmäßig und wirst viel schneller an dein Ziel kommen.

Sei nicht zu hart zu dir selbst und gebe dir genug Zeit. Wichtig ist sich immer wieder daran zu erinnern und langfristig am Ball zu bleiben. Du kannst jeden Tag, jede Stunde, jede Minute ganz neu beginnen und jeden Moment als eine neue Chance sehen, um dein Ändern zu leben!

Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei!

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5 Kommentare
  • scarlet the red

    Antworten

    Sehe ich genauso… Jedes Jahr wieder sehe ich so viele Blogartikel, so viele Facebookposts und höre von so vielen Freunden die guten Neujahrsvorsätze. Und jedes Jahr wieder sind diese bei den meisten nach spätestens einem Monat wieder über den Haufen geworfen. Das liegt meiner Meinung nach genau an dem, was du beschrieben hast: Veränderung ist ein Prozess.

    • Marlene

      Liebe Scarlet,
      danke für deinen Kommentar! 🙂
      Ja, es ist einfach jedes Jahr dasselbe.. Wie schön, dass wir einer Meinung sind. 🙂

      Alles Liebe
      Marlene

  • Chrissi

    Antworten

    Liebe Marlene,

    ich bin durch Facebook auf deinen Blog gekommen und hängen geblieben, weil ich deine Themen so spannend finde! (Ich war echt überrascht, dass du erst ein ’95er Jahrgang bist – bitte nicht falsch verstehen :)) – deine Beiträge drücken so viel Weisheit aus, wow!)

    Die Sache mit Vorsätzen ist wirklich nicht leicht. Ich glaube, die meisten Menschen nehmen sich nur vor, was die Allgemeinheit erwartet (mehr Sport, weniger Feiern gehen, usw,) und halten es dementsprechend auch nicht lange durch.
    Deine Art der Reflexion finde ich daher wirklich interessant! Denn meistens hinterfragen wir unsere (Frust-)Handlungen sowieso nicht. Wenn man sich also erstmal damit auseinandersetzt, kann man leichter etwas ändern. Daran glaube ich jedenfalls ganz fest.
    Bei mir ist es so, dass ich mir „offizell“ nichts mehr vornehme, aber eine Liste mit Zielen führe, auf die ich jeden Monat hinarbeiten will. Ob das wirklich funktioniert, kann ich noch nicht sagen. Aber die Motivation ist bisher viel größer, weil ich mich eben zu Beginn auch ausführlich mit meine Zielen und dem Weg dorthin auseinandergesetzt habe.

    Deinen Blog werde ich jedenfalls weiter verfolgen – ich bin gespannt, was noch so kommt!

    Alles Liebe!
    Chrissi

    • Marlene

      Liebe Chrissi,

      vielen Dank für deinen Kommentar und vielen Dank für deine Komplimente! Das geht runter wie Öl! 😀

      Ich sehe das genau so wie Du: Man setzt sich mit seinen Zielen auseinander, man schreibt sie auf und arbeitet dann nach und nach darauf hin. Und das eben unabhängig von einem Jahreswechsel, sondern kontinuierlich. Ich finde das ist das einzig wirklich sinnvolle und bei mir funktioniert es auf jeden Fall!

      Ich wünsche Dir bei deinem Weg ganz viel Erfolg und hoffe, dass Du all deine Ziele erreichen wirst!

      Ich werde deinen Blog auch weiter verfolgen und hoffe, wir hören bald wieder voneinander.

      Alles Liebe,
      Marlene

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