Was bedeutet Freiheit eigentlich? – 7 Grundsätze

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was bedeutet freiheit? Objektiver Zustand oder subjektive Wahrnehung?
„Was bedeutet Freiheit?“ ist eine Frage, die wahrscheinlich von jedem Menschen so individuell beantwortet wird, wie jeder Mensch selbst nunmal ist.
Einige fühlen sich frei, wenn sie finanziell unabhängig sind, andere wenn sie endlich ihre Heimat verlassen um ein selbstständiges Leben zu führen, wieder andere fühlen sich erst frei, wenn sie komplett ungebunden von allem und jedem leben können und für einige reicht es schon nach einem langen Tag den BH auszuziehen oder in die Jogginghose zu schlüpfen.
Freiheit ist also ein sehr subjektiver Begiff, den jeder für sich ganz individuell interpretieren kann. Oder doch nicht?

Freiheit – subjektive Wahrnehmung oder objektiver Zustand?

Jeder Mensch den man so „frei“ auf der Straße herumlaufen sieht – der nicht hinter Gittern sitzt, oder auf irgendeine andere Art und Weise körperlich festgehalten oder unterdrückt wird – würde wohl pauschal von sich sagen, dass er frei ist. Macht ja auch Sinn, denn das Gegenteil von Gefangenschaft und Unterdrückung ist nunmal Freiheit. Auch wenn man Google fragt, wird die Annahme bestätigt:

freiheit_

Zur Freiheit gehört laut Web-Definition auch noch ein anderer Punkt:

freiheit

Auf den ersten Blick erfüllen wir vielleicht alle diese Kriterien, aber wenn man mal genauer hinsieht, sind wird doch eher Gefangene unseres eigenen Systems.

Was bedeutet Freiheit eigentlich?

Wie unabhängig sind wir wirklich, wenn sich viele von uns jeden morgen zu einem Job quälen, den sie eigentlich nicht machen wollen, nur des Geldes wegen? (das wir zu einem großen Teil in unnötigen Konsum verschwenden..)

Wie unabhängig sind wir eigentlich, wenn viele von uns in Beziehungen stecken, die größtenteils nur dafür da sind, um uns die Liebe und Anerkennung zu geben, die wir oftmals nicht im Stande sind uns selbst zu schenken?

Wie können wir uns als nicht unterdrückt bezeichen, wenn wir doch bei so vielen Themen Scham empfinden, so oft noch Angst davor haben undere wahren Gefühle und Bedürfnisse zu zeigen und zu äußern?

Wie können wir uns als nicht unterdrückt bezeichnen, wenn wir andauernd unsere Gefühle unterdrücken? Wenn unser Verstand – voll von gesellschaftlich indoktrinierten Normen – uns immer wieder aus vermeindlicher Vernunft verbietet unsere Seele sprechen zu lassen?

Wie können wir behaupten nicht gefangen zu sein, wenn wir doch nur wie Marionetten durch ein System tanzen, das uns vorgibt welche Wege wir zu gehen haben?

Wie oft bedienen wir uns denn wirklich unserer Handlungsfreiheit? Tun wir wirklich immer die Dinge, die wir für richtig halten? Oder wohl eher die, die uns als richtig verkauft wurden? Handelst du aus deinem Herzen, oder aus deinem Verstand?

Also, wie frei sind wir wirklich?

Ich glaube objektiv gesehen, würden die meisten nach der Definition gesehen behaupten, sie wären wirklich frei. Aber subjektiv gesehen – nach dem tiefen Gefühl, was jeder in uns trägt – wären es die wenigsten.

Für mich persönlich bedeutet Freiheit weitaus mehr, als den BH loszuwerden, endlich bequeme Kleidung zu tragen (apropos Handlungsfreiheit: Warum laufen wir dann eigentlich nicht alle immer gleich in den bequemsten Klamotten herum, wenn wir doch die Freiheit haben? 😉 ), oder ein finanziell unabhängiges Leben zu führen. Es gibt viele Komponenten, durch die man Freiheit zeigen, umsetzten und leben kann. Hier meine wichtigsten:

Was Freiheit für mich bedeutet – 7 Grundsätze

1. Was ich tue, tue ich für mich

Ich tue nichts, um andere zu beeindrucken. Was ich tue, mache ich zu meiner eigenen Zufriedenheit.

Ich vergleiche mich nicht mit anderen, mache keinen Wettbewerb aus dem Leben. Jeder von uns ist ein Original und sollte das tun, was für ihn richtig ist und nicht das, was andere für sinnvoller oder besser halten.

Ich gehe meinen ganz eigenen Weg. Niemand ist wie ich und ich kann auch nicht wie jemand anders sein. Dabei bin ich aber nicht besser als andere und andere sind nicht besser als ich.

Ich bin ich und Du bist Du.

2. Selbstliebe

Ich brauche mir meinen Wert nicht von außerhalb bestätigen lassen. Was andere über mich denken, oder sagen, ist mir egal. Ich habe Vertrauen in mich selbst und weiß, dass ich so wie ich bin, gut bin.

Es ist schwer sich selbst voll und ganz zu akzeptieren, sich seiner selbst komplett mit allen Macken und Eigenheiten anzunehmen. Gerade weil immer bestimmte Ideale von uns verlangt werden, denen wir einfach nicht gerecht werden können.

Siehe auch: Selbstliebe lernen: Meine 10 Methoden und Tipps

Genau aus diesem Grund, sollte man sich immer wieder vor Augen führen, dass es „den perfekten Menschen“ nicht gibt. Egal, wie sehr man sich bemüht perfekt zu sein, es wird nie genügen. Umso wichtiger ist, dass man lernt, das alles was einen als Menschen ausmacht, absolut genügend ist um glücklich und zufrieden zu sein.

Ich brauche nicht jedem gefallen und das ist auch gar nicht möglich. Ich kann es nicht allen recht machen. Viel wichtiger ist, dass Ich mich selbst so annehme, wie ich bin. Dann werden es auch meine Mitmenschen tun.

Mehr zum Thema Selbstliebe findest du hier: Artikelserie – Warum Selbstliebe so wichtig ist

3. Einklang

Meine Gedanken und mein Handeln unterscheiden sich nicht. Körper und Geist sind im Einklang.

Ich will mich nicht verstellen, um mich einer bestimmten Gruppe oder gegebenen Anforderungen anzupassen. Ich handle nicht gegen meine eigene Meinung, gegen meine Überzeugung oder gegen meine Werte.

Ich war in meiner Vergangenheit schon häufiger in einer Situation, in der ich mich einfach angepasst habe und mitgezogen bin, obwohl ich im Herzen genau gespürt habe, dass mein Verhalten überhaupt nicht meinem Wesen entsprach. Ich wollte aber dazu gehören.

In dieser Zeit war ich sehr unglücklich, weil ich in einer Umgebung gefangen war, in die ich nicht rein gehörte. Ich hatte niemanden um mich, der wirklich wusste wer ich bin und was in mir vorgeht. Das bringt mich direkt zum nächsten Punkt.

4. Ehrlichkeit

Ich bin ehrlich zu mir selbst und zu anderen. Ich gebe nicht vor jemand zu sein, der ich nicht bin.

Wenn ich einen Fehler mache, versuche ich nicht ihn zu vetuschen und mit einem Gespann aus Lügen zu verschleiern. Jeder Mensch macht Fehler und jeder Mensch hat Schwächen. Die gilt es zu erkennen und anzunehmen. Nur so kann man lernen damit umzugehen

Wenn ich merke, dass ich mich in die falsche Richtung bewege, laufe ich nicht weiter, sondern orientiere mich neu. Ich folge meinem Herzen und mache das, was ich für richtig halte.

Wenn ich nicht ehrlich zu mir und zu anderen bin, habe ich auch nicht die Chance mich mit den Menschen zu umgeben, die zu mir passen.

5. Eigene Meinung

Ich habe eine eigene Meinung, die ich mir selbst gebildet habe und schrecke nicht davor zurück, diese auch laut auszusprechen.

Ich schwimme nicht einfach mit dem Strom und sage immer „Ja“ und „Amen“. Ich mache mir selbst ein Bild von einer Situation und bewerte dann, wie ich sie finde. Selbst wenn die Mehrheit anderer Meinung ist, habe ich keine Angst davor, zu sagen was ich denke.

6. Offenheit

Ich laufe nicht mit Scheuklappen durch die Welt. Ich schaue auch nach links und rechts.

Ich gehe ohne Vorurteile auf Menschen zu. Ich stecke niemanden in eine Schublade. Ich gebe mir und anderen immer wieder neue Chancen.

Ich halte meinen Geist nicht in einer kleinen Welt gefangen, sondern versuche immer wieder meinen Horizont zu erweitern. So kann ich neue Möglichkeiten erkennen, die ich für mich nutzen kann. So sehe und lerne ich viel mehr. So kann ich mich stetig weiterentwickeln.

7. Unabhängigkeit

Emotionale Unabhängigkeit

Ich mache mich nicht emotional abhängig von anderen Menschen. Ich definiere mich nicht durch eine Beziehung.

Ich gehe keine Beziehung ein, weil ich sie brauche, um mich komplett, bestätigt oder erfüllt zu fühlen. Ich gehe eine Beziehung ein, weil ich mich ganz bewusst dafür entscheide. Ich kann mit mir alleine sein, ohne mich einsam zu fühlen. Ich brauche keine Beziehung, um glücklich zu sein. Ich möchte sie eingehen, um mein Glück zu teilen.

Finanzielle Unabhängigkeit

Ich mache keinen Job, nur des Geldes wegen. Ich tausche nicht einfach Lebenszeit gegen Geld.

Ich arbeite an und für Projekte, die einen tieferen Sinn für mich haben. Arbeit soll kein lästiger und nötiger Handel sein, Nein. Sie soll mich erfüllen! Ich möchte mich in ihr verwirklichen und der Welt etwas geben. Ich arbeite nicht in erster Linie, um Geld zu bekommen, sondern um etwas zu erschaffen, um etwas zu bewegen.

Passend zum Thema: Warum du Selbstliebe im Berufsleben niemals vernachlässigen solltest

Frei Sein bedeutet Ich Sein

Im Großen und Ganzen bedeutet frei sein für mich in erster Linie, dass ich immer ganz ich selbst sein kann. Es bedeutet Selbstbestimmung, Selbstliebe, Einklang, Ehrlichkeit, eine eigene Meinung zu haben, offen zu sein und sich nicht abhängig zu machen.

Ich glaube, wenn man sich an diesen Grundsätzen orientiert, kann man ein sehr glückliches und erfülltes Leben führen.


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Was bedeutet Freiheit? Objetiver Zustand oder subjektive Wahrnehmung? Meine 7 wichtigsten Grundsätze.

 


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4 Kommentare
  • Greta

    Antworten

    Hallo Marlene,

    zufällig bin ich auf deinen Blog gestoßen. Beim Durchlesen dieses Posts stellen sich mir die Fragen: Wo endet deine Freiheit? Und welchen Stellenwert hat sie für dich? Für wen oder was gibst du deine Freiheit auf oder gehst Kompromisse ein – oder ist das keine Option?

    Weiterhin viel Erfolg mit deinem Projekt,

    Greta.

    • Marlene

      Hallo Greta,

      erstmal vielen Dank für deinen gehaltvollen Kommentar, über den ich mich sehr gefreut habe! 🙂

      Zu deinen Fragen:
      Wo endet deine Freiheit?
      Die Frage kann ich auf zwei Weisen interpretieren:
      1. Ab wann bin ich mich nicht mehr frei: Das wäre momentan der Fall, wenn ich die oben stehenden Punkte nicht umsetzte, also aus irgendeinem Grund nicht ich selbst bin, oder sein kann. Oder natürlich, wenn mich jemand körperlich festhält oder unterdrückt, aber der Fall wird wohl (hoffentlich) nicht eintreten. 😉
      2. Hat meine Freiheit Grenzen: Ich stehe noch ganz am Anfang meiner Reise, aber ich glaube, dass Freiheit viele Gesichter haben kann und dass man sie sehr weit und in viele Dimensionen ausdehenen kann. Unabhängigkeit z.B. kann ja nicht nur emotional sein, sondern auch finanziell oder beruflich. An dieser Stelle bin ich aber noch nicht angekommen, was nicht heißt, dass ich sie nicht anstreben würde. Kurz gesagt: Ich weiß noch nicht genau, wo die Grenzen liegen und ob es überhaupt welche gibt. Ich bin auf dem Weg und den möchte ich hier weiterhin festhalten. Vielleicht komme ich irgendwann an ein Ziel, aber vielleicht lässt sich die Freiheit ja auch unendlich weit ausdehnen. Wir werden sehen..
      Welchen Stellenwert hat Freiheit für dich?
      Einen sehr hohen. Freiheit ist für mich die höchste Form des Glücks. Also „Ich Sein“ auf ganzer Linie macht glücklich. Momentan stehen meine eigenen Bedürfnisse an erster Stelle. Das bringt mich zu deiner letzten Frage.
      Für wen oder was gibst du deine Freiheit auf oder gehst Kompromisse ein – oder ist das keine Option?
      Ich bin gerade erst dabei mir meine Freiheit richtig zu erkämpfen, von daher gebe ich erstmal alles auf, was meiner Freiheit im Weg steht und nicht andersherum. Ich rechne persönliche Kosten gegen Nutzen und was mich nicht weiter bringt, das lasse ich zurück. Klingt hart, ist aber zielführend. Ich war noch nie so zufrieden wie jetzt, obwohl ich Sachen aufgegeben habe, bei denen ich es mir nur schwer vorstellen konnte. Auf der anderen Seite habe ich momentan auch nicht viele Verpflichtungen, was die Situation einfacher für mich macht. Aber sollte ich z.B. mal Kinder haben, werde ich sicher einige Kompromisse eingehen müssen. So weit ist es aber noch nicht. 😛

      Ich hoffe meine Antworten helfen dir weiter. 🙂

      Marlene

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